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SorgenberaterIn für Geflüchtete im Mazay-Café

Hallo, ich bin Dominik aus dem Mazay-Team. 

Eines vorweg: Bei Mazay kann sich jeder engagieren - egal welches Alter, Muttersprache, Vorwissen und so weiter. Mit diesem Inserat aber suchen wir spezifisch eine Person, die Erfahrung hat im Umgang mit psychisch belasteten, evt traumatisierten Personen, beispielsweise eine pensionierte Fachperson oder jemand in Ausbildung.

Warum? In diesem Frühling wollen wir ein neues Angebot startet, und zwar in unserem Mazay-Café (Kapellenstrasse 24a, Bern), das für viele Geflüchtete im Raum Bern eine niederschwellige Anlaufstelle für allerlei Anliegen darstellt. Ins Café kommen Personen mit verschiedensten Anliegen: Jemand fragt, wie man Einzahlungsscheine ausfüllt; jemand bittet um Infos über Gratis-Deutschkurse; jemand hat familiäre Probleme und sucht eine Beratungsstelle. Und immer wieder kommen auch Personen, die psychisch am Anschlag sind, weil sie beispielsweise nicht schlafen können, die Gedanken kreisen, sich nicht konzentrieren können oder starke Kopfschmerzen haben. Genau auf diese Personen wollen wir mit dem neuen Angebot, einer Sorgenberatung, besser eingehen können.

Sobald das Café wieder öffnen kann, soll unsere SorgenberaterIn an einem Nachmittag pro Woche im Café eine Ansprechperson sein, mit der man - ohne Anmeldung oder andere Hürden - über den Alltagsstress sprechen kann. Die SorgenberaterIn hört zu, bespricht die Situationen, gibt vielleicht Ratschläge, informiert, zeigt Wege zu professioneller Hilfe auf und sorgt gegebenenfalls auch dafür, dass die Personen auf dem Weg dorthin begleitet werden (z.B. von freiwilligen ÜbersetzerInnen).

Studien gehen davon aus, dass rund 40 Prozent der Geflüchteten Traumafolgestörungen haben. Nur ein Bruchteil der Betroffenen ist aber in Behandlung. Wir erleben oft, wie lang der Weg zu professioneller Hilfe ist: Man muss erkennen, dass man Probleme hat; muss über die Angebote Bescheid wissen; muss erst mit dem Personal des Asylzentrums und dann mit dem Hausarzt darüber sprechen (meist ohne ÜbersetzerIn), kommt dann auf eine Warteliste und kann oft erst Monate später zu einer wildfremden TherapeutIn, um über sehr private Dinge zu sprechen. Etliche Male haben wir gesehen, dass dieser Weg für viele zu lang ist. 

Eines der Ziele unserer Sorgenberatung ist, diesen Weg zu verkürzen. Die SorgenberaterIn ist jede Woche im Café - es ist eine Person, die den Gästen bekannt ist. Man kann ohne Voranmeldung und ohne Bedingung sofort mit ihr sprechen. Sie informiert über professionelle Stellen und organisiert, dass die betroffene Person bei der Kommunikation mit dem Zentrumspersonal unterstützt wird, zum Hausarzt und zum ersten Therapiegespräch begleitet wird.

Wir wollen als Freiwilligenorganisation keine Aufgaben übernehmen, die wir als (in der Regel nicht dafür ausgebildete) Freiwillige nicht wahrnehmen können. Deshalb suchen wir in diesem Fall eine Person, die aufgrund ihrer Ausbildung oder Erfahrung diese Aufgabe übernehmen kann. Sie sollte zudem:

  • Mindestens einmal pro Woche im Café sein können
  • Bereit sein, im Café präsent zu sein und mitzuhelfen, wenn gerade niemand eine Beratung wünscht
  • Auch mit Händen und Füssen kommunizieren können
  • Sich bewusst sein, dass es im Café oft laut ist, Kinder herumrennen und Tischfussball gespielt wird. Man kann sich etwas zurückziehen, aber die Bedingungen für Beratungsgespräche sind nicht optimal.  
  • Sich bewusst sein, dass dies ein neues Angebot ist und wir nicht wissen, ob es klappt bzw. wie es ankommt

Das Café ist seit Oktober aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Wann es wieder öffnen kann, wissen wir nicht. Wir werden die Zeit bis dahin nutzen, um dieses und andere Angebote vorzubereiten. 

Interesse? Dann melde dich doch unverbindlich bei mir: projekt.mazay@gmail.com, 079 408 408 1. 

SorgenberaterIn für Geflüchtete im Mazay-Café

Bern
Regular engagement

Published on 19.01.2021